Das „gute Leben“ im Aprikosengarten – Teilnahme am 6. UMUNDU-Festival

Auch dieses Jahr nimmt der Aprikosengarten am 6. UMUNDU-Festival (http://www.umundu.de/dresden/festival/2014), welches sich mit Themen zum global nachhaltigen Konsum beschäftigt, teil.

Das Motto des diesjährigen Festivals „Das Gute Leben. Was brauchen wir für unser Glück?“ ist für uns AprikosengärtnerInnen schnell zu beantworten: Unser Mehrgenerationengarten in Dresden-Pieschen ist für uns eine Oase, die wir euch gerne zeigen wollen. Kommt vorbei, lasst euch durch den Garten führen oder geht selbst auf Entdeckertour und sucht Antworten auf das gute Leben. Daher laden wir alle Interessierten am 24.10.2014 von 16 – 18Uhr zum Offenen Garten und einer Gartenführung ein. Gemeinsam wird auch die Ernte wieder zu einer Suppe verarbeitet.

Bild_Blogeintrag_Umundu2014

„Die Korbstühle stehen noch in der Abendsonne. Zwei Frauen sitzen dort, räkeln sich und strecken sich. Sie pulen sich den Schmutz unter den Fingernägeln hervor. Zwischen den Resten der durch die Braunfäule geschädigten Tomaten schwatzen Mädchen bei der Arbeit über den nächsten Trödelmarkt. Eine streicht sich die langen Haare aus der Stirn. Über dem Feuer hängt der große Kochtopf mit dem Kürbischutney. Zwei junge Männer fachsimpeln über die richtigen Zutaten und über ihre Jobs. Ab und zu rühren sie mit dem meterlangen Löffel im Topf. Auf der Bank gleich daneben sitzt einer auf einem Holzbalken und fixiert ihn so, dass ihn ein anderer in Stücke sägen kann. Am großen Tisch unter dem Dach wird Saatgut sortiert und Kürbis geschnippelt, werden Rezepte ausgetauscht und Erfahrungen. Jemand schneidet die alten Sonnenblumen ab. Jemand hackt Holz. Aus einer Hosentasche baumeln Blumen. Jemand sucht mit einer Kamera nach den schönsten Motiven; es gibt hier viele davon. Die Hummeln summen und holen sich ihr Abendbrot aus den Cosmeablüten und den leuchtend gelben Sonnenblumen. In den Strahlen der tief stehenden Sonne schwirren Insekten. Mauersegler müsste man sein und mit offenem Schnabel durch den Garten fliegen. Es ist ein Gewusel überall und doch Ruhe. Reden und lachen, summen und singen, knistern und rascheln sind die Geräusche des Abends. Die Herbstastern setzen lila Farbtupfer. Die Winterastern bringen erst zögerlich ihre gelben Blüten hervor. Die langen Rispen der Duftmelisse senden ihr Aroma über den ganzen Garten. Es mischt sich mit dem Geruch des Lavendels und des Muskateller Salbeis. Der Rauch des Kochfeuers zieht Richtung Wildnis, in der wilder Hopfen und Goldrute gedeihen. Langsam kriecht die Kühle des Herbstabends durch die Beete. Jetzt zieht es die Gärtner zum Feuer. Bier wird aus den Rucksäcken gezaubert und heißer Tee ausgeschenkt. Die geernteten Früchte wandern in die Taschen und Körbe. Das Chutney wird in die mitgebrachten Gläser gefüllt. Jeder bekommt etwas ab, jeder nimmt etwas mit. Das Feuer brennt herunter. Die Hütte wird verschlossen. Nach und nach werden die Fahrräder bestiegen. Die Nacht senkt sich über den Aprikosengarten. Danke, dass ich dabei sein kann.“- Ines.

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