Schreiben an die Stadt – bisher ohne Reaktion

Dresden, 03.08.2015

APRIKOSEN FÜR ALLE, Leisniger Str. 80, Geplante Bauarbeiten

Sicherung des Mehrgenerationengartens und seiner Aktivitäten während der Bauzeit.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Schreiben möchten wir Sie über die aktuelle Entwicklung bezüglich der Errichtung einer Turnhalle an der Förderschule Leisniger Straße im Sanierungsgebiet Pieschen unterrichten und über die für den Mehrgenerationengarten entstehenden ernsten Probleme. Konkret nehmen wir Bezug auf das Protokoll zur Bauberatung am 07.07.2015 im Hochbauamt der Landeshauptstadt Dresden.

Wie bekannt soll auf dem Grundstück der Leisniger Str. 80 ein Schulbau mit Sporthalle und Außenanlagen entstehen. Auf diesem Gelände befindet sich auch der Mehrgenerationengarten „APRIKOSEN FÜR ALLE“ der in Kooperation mit dem Stadtplanungsamt entstand und mit EFRE Mitteln errichtet wurde. Mittlerweile ist er zu einem etablierten sozialen wie kulturellen Treffpunkt in der Nachbarschaft gereift.

Nach zahlreichen Gesprächen zwischen uns Gärtner/innen, dem Stadtplanungsamt, dem Schulverwaltungsamt und dem Hochbauamt, konnte ein für alle Seiten akzeptierbarer Kompromiss gefunden werden, der den Fortbestand des Mehrgenerationengartens neben der neuen Schulanlage und Turnhalle garantiert. Zwar wird sich die Größe des Gartens von ca. 1.700 m² auf 1.000 m² schmerzlich verringern, dennoch kann der Fortbestand des Projektes und seiner Gemeinschaft damit sichergestellt werden.

In den letzten Monaten begann man nun mit der konkreten Planung der baulichen Umsetzung des Vorhabens. Ursprünglich ging man davon aus, dass Grundschule und Sporthalle gleichzeitig errichtet werden müssen. Für die Bauzeit kalkulierte man reichlich zwei Jahre, Baubeginn ab Februar 2016. Aufgrund der engen Platzverhältnisse wurde uns für diesen Zeitraum nur eine nutzbare Fläche von 550 m² mit ungünstigem Zuschnitt zugesichert (vgl. Protokoll der Bauberatung vom 17.02.15 und zugehöriger Plan). Erschwerend kam hinzu, dass die Zugänglichkeit des Gartens während der Bauzeit ungeklärt blieb. Wir Gärtner/innen brachten zum Ausdruck, dass diese Situation für uns eigentlich unhaltbar ist und wir den Fortbestand unserer Gartengemeinschaft (ein Gemeinschaftsgarten ist nichts ohne Gemeinschaft) gefährdet sehen. Gleichzeitig zeigten wir aber Verständnis, dass bei einer zeitgleichen Errichtung von Schule und Sporthalle kaum Spielräume bestehen.

Mittlerweile haben sich die Pläne aber verändert. Im Ortsbeirat Pieschen wurde im April von Herrn Schmidtgen, Schulverwaltungsamt dazu berichtet: „Aufgrund der neuesten Entwicklung der Schülerzahlen ist ein sofortiger Bau dieser Grundschule nicht erforderlich, da mit der Inbetriebnahme der 144. Grundschule und der Zusammenlegung der Schulbezirke die Gefahr mangelnder Schulplätze nicht mehr gegeben ist.

Der Neubau 146. Grundschule verschiebt sich daher in die nähere Zukunft. Die Fortschreibung der Schulnetzplanung wird zeigen, wie sich die Schülerzahlen zukünftig entwickeln werden. Aus heutiger Sicht wird vom Schulverwaltungsamt eingeschätzt, dass der Schulneubau der 146. Grundschule in den Jahren um 2022 erforderlich wer den kann.“ (Protokoll OBR Pieschen vom 14. April 2015). An dem Bau der Sporthalle wird weiterhin festgehalten und damit soll auch im Februar 2016 begonnen werden. Der vordere Bereich des Grundstücks (zur Leisniger Straße) ist eine Interimsfläche, deren Nutzung jedoch noch nicht feststeht. (vgl. Protokoll der Bauberatung vom 07.07.15 und zugehöriger Plan).

Wir haben während der Bauzeit mit Einschränkungen gerechnet, waren aber auch der Ansicht, dass auf unsere Belange entsprechend Rücksicht genommen wird. Uns Gärtner/innen ist es unverständlich warum uns während der Bauzeit weiterhin nur 550 m² zugesichert werden, deren Zugänglichkeit bislang ungeklärt ist. Aus unserer Sicht wäre unter den aktuellen Rahmenbedingungen während der Bauzeit deutlich mehr Fläche für den Mehrgenerationengarten verfügbar. Wir fühlen uns nicht ernst genommen und fürchten nun um den Fortbestand eines gut funktionierenden und etablierten Bürgerprojektes!

Dies ist uns um so unverständlicher, weil es letztendlich auch ein Projekt der Stadtverwaltung ist, das Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes sehr engagiert mit umgesetzt haben und wofür erhebliche EFRE Mittel eingesetzt wurden. Dabei ging es um Nachhaltigkeit. Ein Garten ist nichts was man heute mal macht und morgen wieder sein lässt. Zudem musste erst eine Gemeinschaft aufgebaut werden und Vertrauen in das dauerhafte Funktionieren dieses Projektes geschaffen werden. Dies alles ist gelungen. Im Aprikosengarten engagieren sich derzeit rund 30 Gärtner/innen unterschiedlichen Alters. Darüber hinaus öffnen wir unseren Garten mindestens einmal pro Woche für die Nachbarschaft, beteiligen uns an zahlreichen Aktionen wie der Mehrgenerationenwoche, bieten öffentliche Veranstaltungen und kooperieren mit zahlreichen Inititiativen aus dem Stadtteil (z.B. Hort der Makarenko-Schule, Kindertagesstätte „Himmelblau“). Das alles wird aufs Spiel gesetzt!

Um den Fortbestand des Mehrgenerationengartens „APRIKOSEN FÜR ALLE“ während der Bauzeit nicht unnötig zu gefährden brauchen wir unbedingt

  • eine ausreichend große nutzbare Fläche sowie
  • deren ständige Zugänglichkeit

für uns Gärtner/innen. Wir bitten Sie daher um Unterstützung und eine zeitnahe Klärung des Problems.

Mit freundlichen Grüßen,

Florian Etterer

Mehrgenerationengarten „Aprikosen für Alle“

Verein Pro Pieschen e.V

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